Eine Swingära in Deutschland?

Ich hab mal wieder eine Tanzstunde geschwänzt und war im Musikladen stöbern. Da fand ich unter dem Titel Jazz in Deutschland auch Swingmusik. Mmmhh…wie geht das zusammen?Überraschenderweise ja! Trotz Naziherrschaft konnten zwischen 1933 und 1945 Jazzmusik und Swing in Deutschland – zwar nicht blühen – aber überleben. Die Nazis erwarteten standesgemäss eine ‚volksverbundene, deutsche Tanzmusik‘. Doch darunter konnte sich das deutsche Volk nichts vorstellen. Im Jahre 1935 gab es dann ein Sendeverbot von Jazzmusik im deutschen Rundfunk. Um weiterhin Jazz zu hören konnte das deutsche Volk auf ausländische Sender umschalten.So hat sich das Schwänzen gelohnt, da ich viele ausgezeichnete Swing-Stücke und Swing-Geschichten fand, die sich für Lindy Hop oder Balboa hervorragend eignen. Zum Beispiel jenes von Herrn <strong>Hans Bund</strong> – Konzertpianist, der sich im Elend nach dem ersten Weltkrieg auf “leichte” Musik einlassen musste. 1934 nahm er in Berlin mit seinem Tanz-Orchester das Stück <em>Tanzfieber (Get Hot Foot)</em> bei Telefunken auf. Ein sehr flotter Balboa im 20er-Jahre-Klang – das Plattencover spricht von Foxtrott – mit Rhythmus-Tuba.Ich finde dies eine wirklich spannende Sache. So werde ich hier im Blog und auf dem Tanzboden in loser Folge diese Fundstücke vorstellen.Ach ja, die Tanzstunde hatte ich in München, in der <em>Hauptstadt der Bewegung</em> geschwänzt…Swingige GrüsseDJ SoundScoutEine Swingära in Deutschland?

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